Luftfeuchtigkeit im Winter: Risse im Hirnholz in der Garage vermeiden

· von Nora Jensen · 3 Min. Lesezeit

Luftfeuchtigkeit im Winter: Risse im Hirnholz in der Garage vermeiden

Wer seine Werkstatt in einer unbeheizten Garage betreibt, kennt das Problem: Sobald im Winter das Thermometer fällt, sackt auch die Luftfeuchtigkeit ab. Und genau das bringt Hirnholz zum Reißen. Warum das so ist und was Sie konkret dagegen tun können, zeigt dieser Artikel.

Warum reißt Hirnholz gerade im Winter?

Holz verliert Feuchtigkeit über seine Schnittflächen, am Hirnholz (der Stirnseite eines Balkens oder Brettes) allerdings etwa zehnmal schneller als über die Längsseiten. Der Grund: Die Fasern liegen dort offen wie ein Bündel Strohhalme, durch die die Feuchtigkeit förmlich hinausströmt. Im Winter kommt noch etwas hinzu:

Am stärksten betroffen sind frisch gesägte Bohlen, Baumscheiben und dicke Balken, die noch jede Menge Restfeuchte in sich tragen.

Das richtige Feuchtigkeitsniveau in der Werkstatt

Für die Lagerung von Bauholz und Werkstücken haben sich folgende Richtwerte bewährt:

Ein Hygrometer, am besten kombiniert mit einem Thermometer, kostet keine 15 Euro und gehört in jede Werkstatt, in der auch nur ein Brett Holz lagert.

Praktische Maßnahmen gegen Hirnholzrisse

1. Hirnholz versiegeln

Die günstigste und zugleich wirksamste Maßnahme überhaupt: Versiegeln Sie die Schnittflächen, und zwar möglichst direkt nach dem Zuschnitt oder Fällen.

2. Stapeln mit Abstand

Bretter und Bohlen sollten niemals flach auf dem Boden liegen oder direkt aufeinander gestapelt werden.

3. Temperaturschwankungen abfedern

Verzichten Sie darauf, die Garage stoßweise auf Hochtouren zu heizen und danach wieder auskühlen zu lassen. Sinnvoller ist:

4. Luftfeuchtigkeit gezielt anheben

In besonders trockenen Wintermonaten helfen:

Was tun, wenn bereits Risse entstanden sind?

Kleinere Oberflächenrisse lassen sich meist noch stoppen, bevor sie tiefer ins Holz wandern:

Fazit

Risse im Hirnholz gehören in unbeheizten Garagenwerkstätten im Winter fast schon zum Alltag, lassen sich aber mit überschaubarem Aufwand deutlich in Schach halten. Wichtig sind drei Dinge: die Schnittflächen frühzeitig versiegeln, das Holz mit ausreichend Luftzirkulation lagern und die Luftfeuchtigkeit möglichst stabil zwischen 40 und 55 % halten. Wer sich daran hält, bringt sein Holz sicher durch den Winter und spart sich am Ende teure Materialverluste.

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